Demo buchen Demo buchen
aktuelle Themen Back
Zurück zur Übersicht

Bereichsübergreifende Digitalisierungsinitiative mit Mercedes

Navigation Aug. 04, 2021
Bildschirmfoto 2021 08 04 um 14 15 32

Wie eine Product-Intelligence-Plattform eine funktionsübergreifende Digitalisierungsinitiative beschleunigt, indem sie eine exakte Darstellung aller konstruierten Produkte schafft - Ein Projekt zwischen der Strategieabteilung der Mercedes-Benz AG und SPREAD

Denken Sie an den Wechsel von den alten Straßenkarten aus Papier zu den heutigen Navigations-Apps auf Ihrem Smartphone. Ein ähnlicher Wandel wird sich für die Mitarbeiter in Autowerkstätten, in der Produktionshalle, im Kundendienst oder in der Wartung vollziehen. Heute sind sie alle auf komplexe 2D-Diagramme und schwer verständliche Handbücher angewiesen. Bei der Mercedes-Benz AG ist das nicht mehr der Fall, durch SPREAD's Fähigkeit digitale Zwillinge aus CAD-Modellen zu erstellen.

Die Strategieabteilung der Mercedes-Benz AG treibt Initiativen zur Schaffung skalierbarer digitaler Lösungen voran, die einen funktionsübergreifenden Mehrwert bieten. Die größte Herausforderung dabei ist es, Lösungen zu finden, die leicht anpassbar sind, um in verschiedenen Funktionen entlang des Produktlebenszyklus eingesetzt werden zu können und darüber hinaus einen messbaren Wert zu schaffen. Wenn man CAD-Modelle als exakte Darstellungen jedes Produkts und seiner Varianten analysieren kann, können funktionsübergreifende Digitalisierungsinitiativen ermöglicht und beschleunigt werden. Genau darum geht es in der hier vorgestellten Partnerschaft. "Golden Product Profile" ist der Name einer strategischen Initiative innerhalb des Automobilherstellers. Ziel ist es, durch die Nutzung von produktbezogenen Daten funktionsübergreifende Anwendungsfälle zu ermöglichen.

Für jedes Unternehmen ist es eine Herausforderung, spezifische Konstruktionsmuster für jedes einzelne Produkt aufzudecken und Computer in die Lage zu versetzen, logische Schlussfolgerungen zu ziehen und anzuwenden, so wie es Ingenieure tun würden. Die Fähigkeit dazu würde den Produktentstehungsprozess grundlegend verändern. In dieser Welt wüssten Roboter automatisch, wie sie Produkte zusammensetzen müssen. Alles, was sie brauchen, sind die vollständigen CAD-Modelle und die dazugehörigen Informationen. Aber auch bevor Produkte produziert werden wäre dies ein grundlegender Wandel - während des Entwurfs eines Produkts könnten die Ingenieure ständig die Konstruierbarkeit und Reparierbarkeit prüfen. Die Ingenieure würden bei der Entscheidungsfindung unterstützt und wären in der Lage, die Leistung der entwickelten Teile oder Module in der Produktion oder im After-Sales-Bereich zu ermitteln. Durch die Weitergabe dieser Informationen an andere Funktionen könnten die Produkte schneller verbessert werden, was digitale Synergien ermöglicht und letztlich zu einer höheren Kundenzufriedenheit führt.Das Startup SPREAD und der Stuttgarter Automobilriese haben sich zusammengetan, um zu beweisen, dass diese futuristische Vision schon heute Realität sein kann.

Bildschirmfoto 2021 08 04 um 14 55 15

Das Projekt

Auf der Unternehmensseite waren an diesem Projekt mehrere Abteilungen beteiligt: Forschung & Entwicklung, Marketing & (After)Sales und Operations. Darüber hinaus waren Mitarbeiter der Werke in Sindelfingen und Bremen beteiligt. Die Abteilungen Strategie und Produktion waren für die Gesamtsteuerung des Piloten, die Übersetzung zwischen Daten und benötigten Informationen und die Sicherstellung einer hohen Datenqualität verantwortlich. Der gesamte Pilot wurde als agiles Softwareprojekt organisiert. Die Teams arbeiteten an einer neuen App für die SPREAD Product Intelligence Platform, wobei die Zuständigkeiten wöchentlich festgelegt wurden und zweimal täglich stattfindende Meetings für höchste Geschwindigkeit und Fortschritt sorgten. Das Ziel war es, höchste elektronische Qualität für die neue S-Klasse zu gewährleisten. Als Ergebnis wurde eine Software entwickelt, die die Kommunikation aller Fahrzeugidentifikationsnummer-spezifischen S-Klassen analysieren kann. Die größte Herausforderung bestand darin, die besten Informationen mit der höchsten Datenqualität zu finden. Dies war der Hauptauslöser für die Einbeziehung des Mercedes-Benz CAx-Teams, der Aftersales-Kollegen für die S-Klasse und der RD Wiring-Experten. Alle beteiligten Kollegen merkten schnell, dass das Tempo schnell zunahm, sobald sie sich zusammentaten, um das Projekt gemeinsam voranzutreiben.

Bildschirmfoto 2021 08 04 um 14 22 17

Ergebnis

Ende 2020 trafen sich die Teams zum ersten Mal, und nur einen Monat später fiel die Entscheidung, zusammenzuarbeiten. Weitere fünf Monate später ist die Anwendung auf der SPREAD-Plattform fertig und läuft in der Produktionshalle. Sie ist in der Lage, einen digitalen Zwilling der gesamten Kommunikation für jede mögliche ausgestattete S-Klasse zu erstellen und aus diesen Informationen ein 3D-Modell (digitaler Zwilling) zu erzeugen. Dies führt zu einer erheblichen Verbesserung in der Produktionshalle. Die Kollegen dort sind nicht mehr auf 2D-Schaltpläne angewiesen. Stattdessen ist eine 3D-Animation und -Analytik jedes Autos der neue Standard. Die erhöhte Benutzerfreundlichkeit setzt Ressourcen frei und sorgt für eine höhere Qualität der produzierten S-Klasse-Fahrzeuge. Ein wesentliches "weiches" Ergebnis dieses Projekts war die steile Lernkurve bei mehreren Abteilungen und Kollegen. Obwohl das Projekt zusätzlich zur täglichen Arbeit durchgeführt wurde, waren die meisten beteiligten Ingenieure intrinsisch motiviert, denn es war klar, dass ein positives Ergebnis die Autos, die in Sindelfingen vom Band rollen, erheblich verbessern würde. Es besteht eine gute Chance, dass diese funktionsübergreifende Zusammenarbeit als Vorbild und Grundlage für weitere Projekte in der Zukunft dienen wird.


Ausblick

Der Ansatz und die Software könnten für alle Modelle und sogar für andere Produktionsstätten rund um den Globus verwendet werden. Außerdem könnte die Funktionalität der App erweitert werden:

  1. 1. Unterstützung der Ingenieure in Forschung und Entwicklung bei der Erstellung der gesamten Verkabelung und der optimalen Dimensionierung der elektrischen Systeme in den Fahrzeugen. Dies würde dazu beitragen, die Komplexität zu reduzieren.

  1. 2. Ausweitung der bestehenden App auf After-Sales-Anwendungen, da die Synergie bei der Entwicklung und Datennutzung im Mittelpunkt der Golden Product Profile Initiative steht. Ziel wäre es, den After-Sales-Abteilungen und den Mitarbeitern in den Werkstätten zu helfen, Elektrik und Elektronik schneller zu analysieren und die Fehlersuche zu verkürzen.
Mehr Infos im Video
© SPREAD GmbH
Prinzessinnenstr. 8-14 10969 Berlin